Pfingsten - Πεντηκοστή

Der Geburtstag der Kirche

Am Sonntag 4. Juni Gottesdienste in Brühl um 7:45 Uhr und Wesseling um 10:30 Uhr und am Pfingstmontag in Brühl um 8:00 Uhr

Sieben Wochen oder am 50. Tag nach Ostern ist Pfingsten. Warum ist Pfingsten der Geburtstag der Kirche? Darum:

Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.
Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.
Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,
und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.
(Apg. 2, 1-4)

Wie Jesus es am Tag seiner Himmelfahrt vorhergesagt hatte, kam an Pfingsten der Heilige Geist auf die Jünger herab. Es war am Tag des jüdischen Wochenfestes Schawuot in Jerusalem. Der Heilige Geist kam in Form von Feuerflammen vom Himmel und ergoss sich über jeden einzelnen. Plötzlich konnten die Jünger mit Menschen sprechen, deren Sprache sie eigentlich gar nicht kannten. Aber vor allem hatten die Jünger nun den Mut auszuziehen und von ihrem Glauben und der Lehre Christi zu erzählen. So haben sie das Christentum in vielen Ländern verbreitet.

Theologen geben Pfingsten auch die Bedeutung der Aufhebung der Babylonischen Sprachverwirrung (Gottes Strafe für den Turmbau zu Babel). Ab Pfingsten fand erstmals die Verbreitung des Christentums über die Grenzen von Nationalität oder Ethnizität statt und unterschiedliche Sprachen spielten keine Rolle mehr. Das zeigt sich auch in der Ikonographie. In den Ikonen von Pfingsten gibt es neben den Aposteln und dem Heiligen Geist eine weitere Figur: den Cosmos. Der Cosmos repräsentiert die Menschen der ganzen Welt und die Schriftrollen in seiner Hand sind die Lehren der Aposteln.

Bei aller Einigkeit im Pfingsfest gibt es jedoch im Hintergrund seit Jahrhunderten eine Kontroverse zwischen der orthodoxen Kirche und den westlichen Kirchen. Laut dem Glaubensbekenntnis von Nicäa-Konstantinopel, dass in der orthodoxen Kirche seit 381 bis heute gilt, geht der Heilige Geist von Gott aus („[…] καὶ εἰς τὸ Πνεῦμα τὸ Ἅγιον, τὸ κύριον, τὸ ζωοποιόν, τὸ ἐκ τοῦ Πατρὸς ἐκπορευόμενον […]“ - „[…] und an den Heiligen Geist, den Herrn, den Lebendigmacher, der aus dem Vater hervorgeht […]“). Das "Filioque" (latein "und dem Sohn") wurde erstmals im 8. Jahrhundert erwähnt und seit dem 11. Jahrhundert in der katholischen Kirche offiziell dem Glaubensbekenntnis hinzugefügt. Bis heute ist das Filioque, neben dem Primat des Papstes, das wichtigste theologische Thema, über das sich die orthodoxe und die römisch-katholische Kirche nicht einigen können.

Wir wünschen allen Menschen frohe Pfingsten.