Die Große Fastenzeit vor Ostern

Ab dem 27. Februar vierzig Tage strenges Fasten als Vorbereitung auf das Fest der Auferstehung

Viele zusätzliche Gottesdienste und außerdem Vesper jeden Samstag um 19:00 Uhr in Brühl und Akathistos Hymnos jeden Freitag um 19:00 Uhr in Brühl und Wesseling

40 Tage sind eine lange Zeit, insbesondere weil wir 40 Tage auf viele Nahrungsmittel verzichten. In der heiligen Schrift gibt es viele Stellen, bei denen die Zahl 40 eine Rolle spielt. 40 Jahre wanderten die Israeliten durch die Wüste (Ex 16,35), 40 Tage begegnete Moses Gott auf dem Sinai (Ex 24,18), 40 Tage wanderte Elias zum Berg Horeb (1 Kön 19,8), 40 Tage fastet Jesus in der Wüste (Mt 4,2; Lk 4,2) und 40 Tage nach der Auferstehung fährt Christus zum Himmel auf (Apg 1,3).

Wichtig ist besonders unsere Einstellung zum Fasten:

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. (Mt 6, 16-18)

Während der Fastenzeit beinahe täglich besondere Gottesdienste

Die Fastenzeit wird von vielen zusätzlichen Gottesdiensten begleitet. Beinahe täglich findet in einer unserer Kirchen etwas statt. Bitte sehen Sie dazu die Programme unserer Kirchen unter "Termine und Kalender". Die Lesungen aus dem Evangelium zu allen Gottesdiensten bieten wir bereits vorher unter "Downloads und Links" an. Bitte bedienen Sie sich.

Hirtenbrief des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios zur Großen Fastenzeit 2017

Download auf griechisch oder deutsch.

Das Heilige und Große Konzil 2016 sagt uns zum Thema Fasten: Fasten ist kein Zwang und niemand soll verurteilt werden, wenn er nicht fastet. Körperliche Schwäche, Krankheit, Not, Arbeitsbedingungen, Klima, regionale Besonderheiten oder die Unmöglichkeit Fastenspeisen zu finden, sollen von den orthodoxen Regionalkirchen im Sinne der Oikonomia mit Milde betrachtet werden, um den Gläubigen die Last des Fastens zu erleichtern. Das erleichtert auch uns Orthodoxen Christen in der Diaspora das Leben ein wenig. Berater für konkrete Fragen ist immer der Priester auf lokaler Ebene.

KochbuchFastenkalender

Da die Fastenregeln der Orthodoxen Kirche nicht ganz einfach sind, gibt es hier für jeden Monat einen Kalender mit den erlaubten und nicht erlaubten Lebensmitteln für jeden einzelnen Tag. Dieser Fastenkalender kommt mit einfachen Symbolen aus und kann als pdf-Datei im Bereich "Termine und Kalender" runtergeladen werden.

Essen und Kochen in der Orthodoxen Fastenzeit ...

... heißt das Kochbuch mit Rezepten von Mitgliedern unserer Gemeinde. Hier gibt es unser Kochbuch der Fastenzeit zum Download und lassen Sie sich von den Rezepten inspirieren. Es gibt Rezepte für Vorspeisen, Suppen, Beilagen, Soßen, Hauptgerichte und Desserts ... außerdem Einkaufstipps und Texte zur Fastenzeit.

Sie haben ein Lieblingsgericht in der Fastenzeit? Sie wollen es mit anderen Fastenden teilen? Schicken Sie das Rezept einfach per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und schon bald wird auch Ihr Rezept in unserem Kochbuch der Fastenzeit stehen.

 

... und hier noch ein paar Texte, die uns durch die Fastenzeit begleiten sollen ... machmal besinnlich, manchmal mahnend, manchmal lehrreich, manchmal alles zusammen.

Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht. Legt (als neues Gewand) den Herrn Jesus Christus an, und sorgt nicht so für euren Leib, dass die Begierden erwachen. (Römer 13, 13-14)

Passend zur Großen Fastenzeit empfiehlt sich auch der Text von Athanasios N. Papathanasiou: "Die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern: als Fastende unterwegs sein" auf griechisch und deutsch.

Wer sich außerdem über die Ursprünge des Fastens sowie die Bedeutung des Fasten in anderen Kirchen und Religionen informieren möchte, kann sich hier die Schrift "Fasten in den abrahamischen Religionen" herunterladen.

Warum fasten wir und du siehst es nicht?
Warum tun wir Buße und du merkst es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und treibt alle eure Arbeiter zur Arbeit an.
Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und Zank und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör.
Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt?
Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe:
die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.
Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. (Jesaja 58, 3-8)

In der Urkirche bestand das Hauptziel der Fastenzeit in der Vorbereitung der Katechumenen, d.h. der neu zum Christentum Übergetretenen, auf die Taufe, die in jener Zeit während der Osterliturgie vollzogen wurde. Indessen, als die Kirche nicht mehr (nur) Erwachsene taufte und die Einrichtung des Katechumenates wegfiel, blieb der grundlegende Sinn der Fastenzeit derselbe. Denn, obgleich wir getauft sind, ist das, was wir ständig verlieren und verraten, genau das, was wir in der Taufe empfangen haben. Deshalb ist Ostern unsere jährliche Rückkehr zu unserer eigenen Taufe, während die Fastenzeit unsere Vorbereitung auf diese Rückkehr ist, das langwährende und ausdauernde Bemühen, um schließlich unseren eigenen »Hinübergang« oder »Pascha« in das Neue Leben in Christus zu vollziehen. Und wenn die Liturgie der Fastenzeit noch heute ihren glaubensunterweisenden und auf die Taufe vorbereitenden Charakter hat, so stellt das für uns nicht etwa ein »archäologisches« Überbleibsel aus der Vergangenheit, sondern etwas Gültiges und Wesentliches dar. Denn jedes Jahr
lassen uns die Fastenzeit und Ostern einmal mehr das wiederentdecken und wiedergewinnen, zu dem wir durch den in unserer eigenen Taufe vollzogenen Tod und die durch sie bewirkte Auferstehung geworden sind.
(dies ist eine Auszug aus dem Text "DIE FASTENZEIT - EINE REISE AUF OSTERN ZU" von Alexander Schmemann; das komplette Kapitel aus seinem Werk "DIE GROSSE FASTENZEIT - Askese und Liturgie in der Orthodoxen Kirche" können Sie hier lesen)