"Hl. Konstantin und Helena" in Wesseling

Gotteshaus mit dem Charme der Industriestadt

Eher unauffällig und schlicht erscheint die Kirche "Hl. Konstantin und Helena" in Wesseling auf den ersten Blick von außen. Tatsächlich braucht es einen zweiten Blick, um sie als Kirche wahrzunehmen. Nach dieser kleinen Überraschung tritt man gerne näher und entdeckt nicht nur ein innen reich geschmücktes Gotteshaus, sondern auch den Treffpunkt einer lebendigen und bunten Gemeinde.

 

Aber warum sollte das griechisch-orthodoxe Gotteshaus einer Industriestadt mit Tradition seine industriellen Wurzeln verleugnen? Das Gebäude entstand ursprünglich 1937 als Baracke des Reichsarbeitsdienstes in Lülsdorf. Nach dem Krieg wurde sie zerlegt und per Schiff über den Rhein nach Wesseling gebracht. Hier wurde die Baracke 1949 an der Friedensstraße, nahe dem Friedhof, wieder aufgebaut. Dort diente sie als Notkirche bis zur Errichtung von St. Joseph im Jahre 1956. Später diente das Gebäude als Pfarrsaal der katholischen Kirche, als Kindergarten und als Tanzsaal. Eine Zeit lang war hier sogar ein Kino untergebracht, dass auch griechische Filme zeigte. Vorübergehend verwendeten die Wesselinger Muslime dann das Gebäude als Moschee. Seit Ende der 70er Jahre ist es ausschließlich orthodoxe Kirche. 1998 erwarb die Kirchengemeinde das Grundstück und die Kirche.

Ein bescheidenes Kreuz auf dem Giebel und die Ikone der beiden Heiligen, Konstantin und Helena, über der Tür sind die ersten sichtbaren Hinweise darauf, dass es sich um eine Kirche handelt. Erst wenn man näher tritt und sich den Platz neben der Kirche anschaut, wo die Gemeinde sich bei gutem Wetter im Freien trifft, dann sieht man am hinteren Teil des Gebäudes den kleinen aufgesezten Glockenturm.

Eine prachtvolle Ikonostase ist der Blickfang des Innenraumes, der wunderschön lichtdurchflutet ist, wenn draußen die Sonne scheint.